Lernen in Lernlandschaften

Schulgebäude waren lange Zeit graue, stickige Betonklötze, in denen Wissen in die Köpfe der Kinder buchstäblich eingefüllt wurde. Der Trend in der Bildungslandschaft geht mittlerweile mehr in Richtung offener Lernformen, die auf Selbstverantwortung und Kooperation bauen. Kreative Architektur und helle, bunte, ansprechende Räumlichkeiten lösen zunehmend das ´Containerlernen´ ab. Sogenannte Lernlandschaften geben Schülern Luft zum Atmen, zum selbstständigen Arbeiten und die nötige Lust am Lernen. Der Raum an sich wird neben den Lehrern oder Mentoren und den Schülern nun zum dritten Pädagoge. Farben, Formen, gestalterische Stilelemente, Lichtspiele oder optische Hingucker regen die Freude am Lernen und am sich selbst ausprobieren innerhalb dieser offenen Lernumgebungen an und verbessern am Ende des Tages das Gefühl, selbst etwas geschafft und Ziele erreicht oder Reflexion über sich selbst gewonnen zu haben. Denn nur wer freiwillig und mit Spaß lernt, lernt wirklich! Und selbstständig erarbeitetes Wissen verankert sich im Gehirn bekanntlich besser, als stumpf vorgetragene Standpauken. Die Zeit des Paukens und der Pauker ist überholt und offene, kooperative Lernformen in entsprechend gestalteten Gebäuden setzen sich mehr und mehr durch. ´Bulimielernen´, buchstäblich alles in sich hinein zu stopfen, um es dann stumpf wieder heraus zu bringen, ist weder zeitgemäß noch förderlich für den Lernerfolg der SchülerInnen.

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Selbstständiges Lernen mit Spaß, eine neue Lehrer-Schüler-Beziehung, frühzeitige Berufsorientierung, sozialer Umgang miteinander und Gesundheitsförderung sind auch die Säulen des Lernhauses im Campus. Voraussetzung dafür ist eine ganz neue Raumgestaltung: die SchülerInnen einer Jahrgangsstufe besuchen gemeinsam eine weitläufige, kreativ gestaltete Lernumgebung, die aus einem großen Gemeinschaftsraum mit persönlichen Arbeitsplätzen (Lernlandschaft) und drei Schulzimmern bzw. Inputräumen besteht. In diesen Schulzimmern finden Lektionen oder Inputveranstaltungen statt. Sind diese beendet, begeben sich die SchülerInnen zurück an ihren persönlichen Arbeitsplatz in der Lernlandschaft, wo sie weitgehend selbstständig an ihren Aufträgen weiterarbeiten. Die Rolle der Lehrkräfte wandelt sich im Rahmen dieses Prozesses hin zum Lernbegleiter oder auch Mentor. Sie lehren viel weniger als dass sie das selbstständige Lernen unterstützen. Die Lehrpersonen haben ebenfalls ihren persönlichen Arbeitsplatz inmitten der Lernlandschaft und sind so für die SchülerInnen jederzeit für die Beantwortung von Fragen und für Hilfestellungen verfügbar. In einer Lernlandschaft herrscht absolute Flüsterkultur und die SchülerInnen erlernen so auch ein Stück weit Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Anderen und auch gegenüber dem eigenen Lernverhalten. Eine kleine Ampel an jedem Platz regelt Sprech- und Flüsterzeiten.

Ein derartiges Lernkonzept erfordert ein neues Denken und neue Strukturen. Osterholz-Scharmbeck entschloss sich, zum Schuljahr 2010/11 das Konzept der Lernlandschaften einzuführen. Haupt- und Realschule wurden zusammengelegt und arbeiten seither als Oberschule Lernhaus im Campus. Zunächst auf einige Klassenverbände beschränkt, wird das Konzept seither im Schulalltag erprobt.

Kontakt

Dietmar Krause
Herr
Dietmar Krause
 
Lernhaus im Campus
Schulleiter
Adresse: Lindenstr. 55, 27711 Osterholz-Scharmbeck
Telefon: (04791) 92 14 21
Fax: (04791) 92 14 30
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